F.A.Q. (Deutsch)

Posted in Additional Information

Eine Auswahl der häufigsten Fragen zu diätetischen Behandlung von Autismus und anderen Entwicklungsstörungen

Von Karyn Seroussi, Autorin von „Unraveling the Mystery of Autism and PDD“

Gründungsmitglied von Autism Network for Dietary Intervention, Co-Editor, The ANDI News

Hinweis: Die folgenden Ausführungen sind kein medizinischer Rat. Alle Veränderungen bzgl. der Diät Ihres Kindes sollten durch einen Arzt oder einen qualifizierten Ernährungsberater überwacht werden.

F: Ich denke nicht, dass mein Kind Allergien hat oder dass Allergien Autismus verursachen können. Warum sollte ich Nahrungsmittel aus seiner Nahrung entfernen?

A: Obwohl Eltern seit Jahrzehnten über eine Verbindung zwischen Autismus und Ernährung berichten, wird jetzt vermehrt geforscht, welche Lebensmittel die kindliche Hirnentwicklung beeinflussen und autistische Verhaltensweisen hervorrufen. Diese treten nicht durch die Allergien auf, sondern dadurch, dass diese Kinder bestimmte Proteine nicht abbauen können.

F: Was geschieht, wenn sie diese Proteine bekommen?

A: Forscher in England, Norwegen und an der Universität von Florida haben Peptide(Abbauprodukte von Proteinen) mit Opiatwirkung im Urin eines großen Prozentsatzes autistischer Kinder gefunden. Opiate sind Drogen, die die Hirntätigkeit beeinflussen.

F: Welche Proteine verursachen dieses Problem?

A: Die wichtigsten sind Gluten (Protein in Weizen, Hafer, Roggen und Gerste) und Casein (Milchprotein).

F: Aber Milch und Weizen sind die einzigen Lebensmittel, die mein Kind isst. Seine Ernährung besteht ausschließlich aus Milch, Käse, Getreide, Nudeln und Brot. Ich habe Angst, es verhungert, wenn ich das wegnehme.

A: Es gibt wahrscheinlich einen guten Grund, warum Ihr Kind sich auf diese Lebensmittel beschränkt. Opiate machen in hohem Maße abhängig. Wenn die „Opiat-Überschuss-Theorie“ auf Ihr Kind zutrifft, dann ist es tatsächlich von den Nahrungsmitteln abhängig, die diese schädlichen Proteine enthalten. Obwohl es scheint, dass Ihr Kind verhungern wird, wenn Sie diese Lebensmittel entfernen, berichten viele Eltern, dass ihre Kinder nach anfänglichen Entzugserscheinungen mehr Bereitschaft zeigen, auch andere Lebensmittel zu essen. Nach einigen Wochen überraschen viele Kinder ihre Eltern damit, ihre Diät selbst zu erweitern.

F: Aber wie erhält mein Kind genug Calcium, wenn ich Milch vermeide?

A: Kinder zwischen 1 und 10 Jahren brauchen 800 – 1000mg Calcium / Tag. Wenn Ihr Kind ca. ¾ l verstärkte Reis-, Soja- oder Kartoffelmilch trinkt, deckt es diesen Bedarf. Wenn es 1 Tasse / Tag trinken würde, könnte die zusätzliche Menge Calcium durch eines der vielen Ergänzungsmittel ersetzt werden. Es gibt in Apotheken entsprechende Produkte. Es gibt auch Milchersatzprodukte, die zusätzlich mit Calcium angereichert werden. Achten Sie darauf, dass diese Produkte glutenfrei sind. Lassen Sie sich von Fachleuten beraten.

F: Ist diese Ernährung teuer?

A: Man kann nicht leugnen, dass viele der glutenfreien Zutaten, die Sie vorrätig haben müssen, teurer sind als das, was Sie bisher gekauft haben. Aber Sie können die Kosten durch den Kauf größerer Mengen reduzieren. Außerdem gibt es sehr gute Kochbücher für gluten-freie Kost, sodass man die Kosten auch senken kann.

F: Ich könnte mir vorstellen, Milchprodukte aus seiner Nahrung zu nehmen, aber ich glaube nicht, dass ich das auch noch mit Gluten schaffe. Es hört sich nach viel Arbeit an, und ich habe schon so viel zu tun. Ist das wirklich nötig?

A: Was Sie sich klar machen müssen ist, dass diese Lebensmittel für manche Kinder giftig sind. Für einige ist die Entfernung von Gluten noch wichtiger als die Entfernung von Milchprodukten. Sie würden Ihrem Kind niemals bewusst giftige Nahrungsmittel geben, aber wenn es zu dieser Kategorie gehört, ist es genau das, was Sie tun. Wahrscheinlich führt die Ernährung mit diesen Lebensmitteln bei dieser Gruppe autistischer Menschen zu zerebralen Entwicklungsstörungen.

F: Beide Nahrungsmittel aus der Ernährung zu entfernen scheint mir überwältigend und ich habe Angst vor der Reaktion meines Kindes. Kann ich langsam anfangen?

A: Viele Eltern schlagen vor zuerst die Milchprodukte zu entfernen und sich dann an eine gluten-freie Ernährung heranzuarbeiten. Gluten erfordert mehr Anstrengung und einigen Arbeitsaufwand von Ihrer Seite, die Vorbereitung kann etwas länger dauern.

Einige Ärzte empfehlen eine schrittweise Einführung dieser Diät um die Reaktionen des Kindes sorgfältig festzuhalten und die Entzugserscheinungen zu vermindern.

Die Fachleute sind sich einig, dass die Milch- und Getreideproteine sich so ähnlich sind, dass, wenn eins ein Problem ist, auch das andere möglichst schnell entfernt werden sollte.

F: Wie soll ich wissen, ob das auch auf mein Kind zutrifft?

A: Obwohl es einige Testverfahren bzgl. der Peptide gibt, ist unklar, wie zuverlässig sie sind.

Es wäre vielleicht das beste, Sie würden die Diät einfach versuchen. Obwohl viele Ärzte skeptisch bleiben, solange sie keine wissenschaftlichen Belege haben, werden sie und vielleicht mancher skeptische Ehepartner durch die Reaktion des Kindes überzeugt werden.

Viele betroffene Kinder, die eine Menge milch- oder getreidehaltige Produkte essen, zeigen schon nach einigen Tagen der Diät deutliche Reaktionen. Bei anderen kann es Monate dauern. Einige scheinen nicht sehr davon zu profitieren, reagieren aber stark auf die erneute Zufuhr der Proteine. Die Diät muss strikt eingehalten werden. Viele Eltern stellten fest, dass keine Besserung eintrat, bis sie versteckte Gluten- und Milchanteile in der Nahrung entdeckten. Merkbare Veränderungen beim Augenkontakt, im Sozialverhalten und im Sprachgebrauch zeigen, dass die Diät ein wichtiger Aspekt ist. Es ist auch wichtig, auf Veränderungen beim Stuhlgang und beim Schlafverhalten zu achten.

F: Die einzige milch- und glutenfreie Nahrung, die mein Kind isst, sind Pommes Frites und Hühnernuggets. Sind die in Ordnung?

A: Hühnernuggets sind mit Getreide paniert. Manche Pommes Frites sind mit Weizenmehl überstäubt, damit sie nicht aneinander kleben. Es empfiehlt sich, sich mit Fabrikanten und Lieferanten in Verbindung zu setzen. Das größte Problem bei außer Haus gegessenen Pommes Frites ist, dass das Gluten aus panierten Zwiebelringen und von anderen Brotprodukten in das Bratöl gerät. Am besten stellt man die Pommes Frites zu Hause selbst her. Wenn Ihr Kind sie zuerst nicht essen will, kann das daran liegen, dass ihm das Gluten fehlt. Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder sehr geschickt darin sind, Gluten in der Nahrung aufzuspüren. Versuchen Sie durch gutes Würzen den Kindern die veränderte Nahrung schmackhaft zu machen.

F: Welche Lebensmittel enthalten Gluten?

A: Alle Getreideprodukte und vor allem findet sich Gluten in vielen Fertigprodukten wird aber auf der Packung nicht angezeigt. Sehr hilfreich ist die Information für Zöliakiekranke. Es gibt z.B. entsprechende Selbsthilfegruppen.

F: Nachdem ich Gluten und Casein entfernt hatte, entdeckte ich, dass andere Lebensmittel auch Probleme verursachten, z. B. Äpfel, Soja, Mais, Tomaten und Bananen. Ich nehme Nervosität wahr, gerötete Wangen und Ohren und manchmal Durchfall und Windelausschlag. Ich dachte, Sie hätten gesagt, dass diese Kinder keine Allergien hätten.

A: Tatsächlich haben viele Allergien oder zeigen allergie-ähnliche Symptome wie Heuschnupfen, Asthma oder Ekzeme. Manchmal haben sie Ernährungsprobleme, die nicht zu den „klassischen“ Allergien gehören und die bei Hauttests nicht feststellbar sind. In diesen Fällen scheint es sich um eine besondere Reaktion des Immunsystems zu handeln.

F: Mein Arzt hat noch nie von diesen Dingen gehört und ist extrem skeptisch. Ich habe Hemmungen, ihm den Versuch vorzuschlagen

A: Zunächst ist Skepsis etwas sehr Gutes für einen Arzt oder Wissenschaftler. Da aber einiges dafür spricht, diesen sicheren und unschädlichen Versuch zu unternehmen, ist es an Ihnen, Ihren Arzt dazu zu bringen Sie zu unterstützen. Für einen Arzt macht es sich immer besser, sich auf sichere Daten in Fachzeitschriften zu berufen bevor er sich für eine Behandlungsmethode einsetzt. Für Eltern macht es Sinn, dass sie ihrem Kind helfen wollen ohne auf alle Doppelstudien zu warten. Da mit der Behandlung keinerlei Gefahren verbunden sind, sollte Ihr Arzt Sie unterstützen. Erklären Sie ihm, dass Sie es gerne für einige Wochen versuchen möchten und stimmen Sie zu, die Fortschritte Ihres Kindes gewissenhaft zu protokollieren. Stellen Sie Ihrem Arzt Informationsmaterial zur Verfügung.

F: Wo kann ich Hilfe finden?

A: Setzen Sie sich mit anderen Eltern in Verbindung und informieren Sie sich im Internet.

Anmerkungen zur Übersetzung: Der Text enthält einige Produktangaben, die sich speziell auf den amerikanischen Markt beziehen. In der Übersetzung wurde versucht, ähnliche deutsche Produkte zu nennen, bzw. entsprechende Informationsmöglichkeiten in Deutschland zu nennen. Unter der entsprechenden Internetadresse lassen sich die Originalangaben nachlesen.

Es handelt sich hier nur um eine Auswahl einer Fülle von Fragen und Informationen

Übersetzung: Magdalena Bergmann, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. target=_blank>This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Disclaimer

The content on this website is not to be taken as medical advice. We have gathered information here so that you can make an informed decision in partnership with your medical practitioner.

Newsletter Signup

Join our mailing list for ANDI Bar updates and special deals!

* indicates required
Powered by MailChimp

Lisa S. Lewis, Ph.D.

Lisa S. Lewis, Ph.D. Lisa S. Lewis, Ph.D. is the author of Special Diets For Special Kids I & II, the foremost books on gluten and casein-free diets for children with disabilities.

Karyn Seroussi

Karyn Seroussi Karyn Seroussi is the author of Unraveling the Mystery of Autism and PDD, the story of her son's autism recovery through dietary and other biomedical interventions.

Helping since 1995

Together Lewis and Seroussi created the Autism Network for Dietary Intervention (ANDI.) Since 1995, ANDI has been helping and supporting parents using dietary and biomedical interventions for autism spectrum disorders. Last year, Lisa and Karyn again joined forces and put the sum of their knowledge in a new book, The Encyclopedia of Dietary Interventions. They continue to write and speak on the topic of dietary intervention, and to support other parents around the world.